Il Diario

domenica, 28 giugno 2026

Dr. iur. Servatius von Tatzenberg

FINMA targets individuals at Wendelspiess — the professional ban is now standard, not exceptional

FINMA (de)

Das Berufsverbot gegen natürliche Personen bei Wendelspiess ist das Hauptereignis des Tages, und Servatius von Tatzenberg analysiert es heute in der gebotenen Tiefe. Das Entscheidende ist nicht der Einzelfall, sondern das Muster: Das Berufsverbot nach Art. 33 FINMAG folgt der Person, nicht dem Institut. Wer heute in einer GL- oder VR-Funktion sitzt und bei systematischen Verletzungen der Verhaltenspflichten unter dem FIDLEG — Eignungsprüfung, Interessenkonflikte, Informationspflichten — in leitender Stellung stand, kann das Unternehmen wechseln — das Problem nimmt man mit. Compliance-Verantwortliche, die ihren Führungsgremien noch erklären müssen, warum persönliches Engagement in der FIDLEG-Compliance keine Freiwilligkeit ist: Der Wendelspiess-Entscheid schreibt das Argument mit amtlicher Tinte.

Previsione: At least one more Tätigkeitsverbot against a named natural person before end of Q3 2026 — FINMA has built the procedural muscle and will use it.

ECJ greenlights national age gates — country-of-origin principle loses a round

Curia (EuGH) (de)

Der EuGH hat entschieden, und Servatius von Tatzenberg analysiert heute die Tragweite: Ein Mitgliedstaat darf Plattformen, die aus einem anderen EU-Mitgliedstaat heraus operieren, eigene Altersverifizierungsmaßnahmen auferlegen — aber nur als Einzelmaßnahme gegen einen konkret bezeichneten Anbieter, unter den kumulativen Bedingungen von Art. 3 Abs. 4 der E-Commerce-Richtlinie: Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit und vorherige Untätigkeit des Herkunftsstaats. Das Irland-Argument trägt nicht mehr, wenn Deutschland oder Frankreich eine solche zielgerichtete Einzelmaßnahme erlässt — gegen allgemeine nationale Altersverifizierungsgesetze, die eine ganze Anbieterklasse verpflichten, schützt der Herkunftslandgrundsatz weiterhin. Mit dem DSA im Hintergrund wird dieser Entscheid Gesetzgeber ermutigen — aber nur Art.-3-Abs.-4-konforme Einzelmaßnahmen halten vor dem EuGH stand.

Two and a half years of the revised ISA — FINMA is done waiting for insurance intermediaries

FINMA (de)

Das revidierte Versicherungsaufsichtsgesetz ist seit Anfang 2024 in Kraft — zweieinhalb Jahre. Casimir von Firn zieht heute Bilanz: Die Übergangsfristen sind ausgelaufen, und FINMA signalisiert einen veränderten Ton. Versicherungsvermittler, die Registrierungs- und Qualifikationspflichten noch nicht vollständig umgesetzt haben, stehen jetzt nicht mehr in der Pilotphase, sondern im Bereich, wo Prüfungsfeststellungen Enforcement-Charakter annehmen. Die Jahresmedienkonferenz hatte den Richtungswechsel bereits angedeutet — heute ist er Praxis.

The risk analysis FINMA actually expects — the 05/2023 addendum is not optional reading

FINMA (de)

Die Ergänzung zur Aufsichtsmitteilung 05/2023 ist der Typ von Dokument, der im Posteingang untergeht. Casimir von Firn hat heute herausgearbeitet, was drinsteht: FINMA beschreibt präziser, welche Risikoanalyse sie bei Prüfungen sehen will — kein Einmaldokument, das abgeheftet wird, sondern ein regelmäßig aktualisiertes Instrument mit klar zugeordneten Zuständigkeiten. Wer drei Monate vor der nächsten Prüfung noch keine solche Analyse vorweisen kann, sollte heute mit dem Risikobeauftragten reden, nicht nach der Prüfungsankündigung.

FINMA names what went wrong in wealth management product cases — and the pattern matches Wendelspiess

FINMA (de)

FINMA dokumentiert in Casimir von Firns heutigem Beitrag konkret, was bei Produktempfehlungen in der Vermögensverwaltung schiefgelaufen ist — und der Befund schließt sich mit dem Wendelspiess-Entscheid zur selben Linie zusammen: FINMA misst nicht mehr nur, ob ein Prozess existiert, sondern ob er im Einzelfall gewirkt hat. Suitability-Prüfung als Checkbox-Übung reicht nicht, wenn das Produkt selbst nicht hinreichend verstanden oder das Eskalationsregime nicht ausgelöst wurde. Asset Manager, die ihre Produktprüfprozesse noch nicht auf FIDLEG-Standard gebracht haben, haben heute gelernt, wie FINMA den Abstand zwischen Soll und Ist bewertet — und dass dieser Abstand Konsequenzen hat.

Russia sanctions Annex 8 updated — the fourth list change in less than two weeks

FINMA (de)

Das WBF hat Anhang 8 der Russland-Verordnung (SR 946.231.176.72) erneut geändert — zählt man Sudan, die SR 946.231.09-Meldung und frühere Iran-Updates dazu, ist das die vierte Sanktionsmeldung in unter zwei Wochen. Wer nach der Übernahme des 20. EU-Pakets Entwarnung gegeben hat, muss noch einmal ran. Die MAC-Klausel-Frage aus unserem Beitrag vom Mai bleibt hochaktuell: Jede neue Listung ist ein potenzielles Change-in-Law-Ereignis, und die Beweislast, dass die Klausel ausgelöst wurde, liegt beim Käufer.

SR 946.231.09 annex amended — the most recent Swiss sanctions update, dated June 17

FINMA (de)

SR 946.231.09 — die Verordnung vom 10. April 2024 gegen Hamas und den Palästinensischen Islamischen Dschihad — hat am 17. Juni eine weitere Listenänderung erhalten. Unabhängig vom Zielregime zeigt diese Meldung das strukturelle Problem, das alle Compliance-Teams betrifft: Quartalsweise Listenpflege reicht nicht mehr — der Rhythmus der Anpassungen ist zu hoch. Kontinuierliche automatisierte Aktualisierung ist kein Best-Practice-Ziel, sondern Mindestanforderung. Das gilt umso mehr, als FINMA — wie der Wendelspiess-Entscheid heute belegt — die Verantwortlichkeit auf Personen herunterbricht, nicht nur auf Institutionen.

FINMA moves Zurich office to Oerlikon — read the second line, not just the headline

FINMA (de)

FINMA zieht von der Wasserwerkstrasse 12 nach Oerlikon — neuer Standort: Thurgauerstrasse 30/32, Umzug November 2026: niedrigere Mietkosten, bessere Erreichbarkeit, kein Stadtzentrumszuschlag mehr. Der Umzug folgt einem auslaufenden Mietvertrag, nicht einer Kapazitätsentscheidung; die Pressemitteilung benennt keine Personalaufstockung und keine Prüfungsfrequenzveränderung. Was sich für Beaufsichtigte ändert: die Postanschrift für Korrespondenz mit FINMA Zürich.

Hong Kong foreign law firms keep shrinking — Swiss clients with China exposure should count available desks

Law.com International (en)

Hong Kong's largest foreign law firms continue to downsize, and Hunton Andrews Kurth has separately shuttered its China office entirely. The pattern is systemic: Western legal capacity in the Greater China market is thinning, and the firms that remain are repositioning toward PRC-adjacent mandates rather than cross-border transaction work. For Swiss financial institutions and corporates with active China exposure, the practical consequence is simple — the trusted English-law desk at a Hong Kong seat that handled your last deal may no longer be there for the next one. Due diligence checklists that assume broad Hongkong coverage should be revised before the next mandate.

There is a link to the bribery story below worth making explicit: when international legal capacity thins in a market, the local enforcement environment for foreign firms operating there becomes harder to navigate, and the documented internal compliance programme becomes the primary evidence that the company took its obligations seriously.

Switzerland is prosecuting more international bribery cases — but the structural gaps have not closed

SWI swissinfo.ch (en)

Swissinfo documents a genuine uptick in Swiss prosecution of international bribery cases. The structural caveat matters: investigations still take years, Art. 102 Abs. 2 StGB corporate criminal liability remains underused, and the self-organisation defence that companies are supposed to be able to rely on requires a documented compliance programme that most firms still treat as aspirational. The OECD working group will note the improvement in its next review — but it will also note that a statistical uptick in cases filed is not the same as a functioning deterrence architecture.

Previsione: A Bundesrat report evaluating Art. 102 StGB corporate criminal liability effectiveness is likely within 18 months — OECD working group pressure has been building, and the improved prosecution statistics give the government a political opening to claim progress.

AI is running Europe's borders now — and the AI Act's 2027 deferral left a real enforcement gap

SWI swissinfo.ch (en)

Swissinfo documents AI-driven biometric surveillance already operational at multiple EU border crossings — facial recognition, automated behaviour analysis, gait detection at Schengen entry points. As we reported in May, Parliament and Council provisionally agreed to push the AI Act's Annex III high-risk obligations back to 2027. That deferral now has a face: systems are running in a legal grey zone that the framework hasn't yet reached. Swiss technology suppliers with contracts in this space, and Swiss companies whose employee or customer data is being processed at these crossings, have compliance exposure that the 2027 deferral does not resolve — it merely delays the formal reckoning by twelve months.

Vier Sanktionslisten, fünf FINMA-Themen, und das alles auf einen Sonntag — die Aufsicht kennt keinen Wochenendplan, und offenbar wir auch nicht.